Was entstehen für Probleme bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten? 

20 Jahre intensivste Therapie und Beobachtung der Entwicklung vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen vor und nach operativer Versorgung der unterschiedlichsten Spaltbildungen erlauben mir folgende Schlüsse zu ziehen, die für die Betroffenen vielleicht hilfreich sein können.

Im Vordergrund stehen die schlechte Mund- und Zungenfunktion als ein Problemkreis. Der andere gestörte Bereich betrifft den Funktionskreis Gaumensegel, zu dem auch die Ohrbelüftung und die Nasalität gehören.

Nach gelungenen Operationen sollte sich sowohl das Sprechen als auch das Hören gut entwickeln. Allerdings passiert das nicht von alleine! Muskeln sind stärker als Knochen! Sie haben einen enormen Einfluss auf das Knochenwachstum und damit auf die Entwicklung sowohl vom Unter- als auch vom Oberkiefer. Zahnspangen alleine helfen da nicht auf Dauer. Die Muskulatur muss das Knochenwachstum unterstützen.

Es ist daher ganz wichtig, die Entwicklung möglichst früh durch konsequentes Muskeltraining zu unterstützen. Das ist nicht immer beliebt! Letztlich macht aber gutes Knochenwachstum ein besseres Gesichtsprofil und damit ein hübscheres Gesicht. Die Messung des Zungendrucks kann Auskunft darüber geben, wie lange man üben muss. Die Zungendruckmessung machen wir noch nicht so lange, es geht schnell und ist sehr aufschlussreich.

Ein Muskeltraining kann auch für die Gaumensegel- und Rachenmuskulatur sinnvoll sein, um die Ohrbelüftung zu verbessern oder sogenannte Schlafapnoen, die bei bestimmten Gaumenspalten (Pierre Robin Sequenz) auch vorkommen, zu verhindern.

Gutes Sprechen sind dann Nebeneffekte!

So ein Muskelfunktionstraining kann auch für Erwachsene mit Schlafapnoesyndrom sinnvoll sein. Genauso verändert es neben den Bewegungsabläufen bei Schluckstörungen auch die Wahrnehmung im Mund und unterstützt nicht nur den Sprechlernprozess sondern auch die Esstherapie. Klicken Sie auf das PDF-Symbol um mehr zu erfahren! 

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Lippen-Kiefer-Gaumenspalte